Dein Hund an lockerer Leine

LEINENFÜHRIGKEIT

Mittlerweile floriert der Hundemarkt von Methoden, Hilfsmitteln, Tricks und Kniffs zur Hundeerziehung. Das prägnanteste Thema ist dabei immer wieder der Weg zur perfekten Leinenführigkeit des geliebten Vierbeiners.

Träumst du auch davon, endlich entspannt mit lockerer Leine spazieren zu gehen, jeden Hund problemlos zu passieren und gelassen jedem Gassigang entgegenzusehen?

Was hindert dich daran einfach loszulegen? Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, mich zu fragen, wo der Haken sein könnte, wenn der Trainer verspricht, dass es binnen weniger Tage einen bahnbrechenden Erfolg geben wird. Ebenso grübelte ich bei der nächsten Variante, ob es sich wirklich lohnt, das ganze Prozedere auf mich zu nehmen, als mir auf Nachfrage ein Richtwert von circa zwei Jahren bis zur verlässlichen Leinenführigkeit angegeben wurde. Glaub mir, ich selbst habe viele Methoden probiert und hier siehst du mein Fazit.

Fakt ist, jeder Hund kann leinenführig, das heißt ohne Zug am Halsband, laufen. JEDER! Es gibt also nicht die eine Rasse, die es leider nie lernen wird.

1. LECKERCHEN-DURCHWEG POSITIV

Die gängigste und freundlichste Variante ist, in vielen Hundeschulen, noch immer die Gabe von Futter, wenn sich der Hund in der korrekten Position befindet. Klick und schon klappt alles, oder etwa nicht?

Bei futterbegeisterten Hunden funktioniert das ganz wunderbar, bis ein anderer Reiz einmal spannender ist als das Würstchen. Solltest du das Futter jemals vergessen, dann vergisst dein Hund leider oft auch dich und zieht wieder an der Leine. Außerdem brauchst du, wie so oft, das perfekte Timing für den richtigen Zeitpunkt. Schnell wird die Belohnung mit Futter zum Ping Pong Spiel und dein Hund holt sich das Leckerchen ab und rennt wieder vor, und wieder zurück, und wieder vor und…

Dauerhaften Erfolg bringt diese Variante nur sehr selten.

2. STEHEN BLEIBEN BIS DER ZUG NACHLÄSST

Hast du viel Geduld und gute Nerven, dann kannst du das Gezerre deines Hundes aussitzen und so lange warten und stehenbleiben, bis dein Hund sich von alleine wieder an dir orientiert und im besten Falle zu dir zurückkehrt. Außerdem sollte dein Hund dabei so schlau sein, das Prinzip zu durchschauen, damit ihr nicht die ganze Zeit im Stehen verbringen müsst, sondern euch auch ein wenig bewegen könnt.

3. RICHTUNGSWECHSEL

Eine weitere Möglichkeit ist der permanente Wechsel der Laufrichtung, sobald der Hund beginnt dich zu überholen. Geht der Hund links, drehst du dich nach rechts, gehst von ihm weg und so weiter. Das funktioniert ganz gut, jedoch wirst du nur sehr schwerfällig von A nach B kommen und eher Quadrate und Rechtecke laufen als eine schöne Hunderunde. Allerdings ist es gut die Aufmerksamkeit deines Hundes somit ab und zu ein mal zu testen.

4. ERZIEHUNGSHALSBÄNDER UND CO.

Sprühhalsband, Halti und Co sind für manche Hunde vielleicht kurzzeitig hilfreich, jedoch stumpft jedes Tier durch Überstrapazierung der jeweiligen Methode schnell ab und  es tritt eine  Gewöhnung ein. Dann gibt es kaum noch etwas, das man als Steigerung nutzen kann und der Ursprung des Problems ist nicht behoben.

5. DIE FORMEL DES ERFOLGS-UNANGENEHM-ANGENEHM-ANGENEHM

Fragst du die alten Meister der Hundeerziehung, dann gibt es einen geheimen Code, bei der dein Hund viel Lob erhält, jedoch ebenso seine Grenzen im Miteinander aufgezeigt bekommt. Der Ursprung der Leinenführigkeit liegt in eurem Umgang miteinander, wobei dein Hund die Nähe zu dir schätzt und die Entfernung zu dir meidet.

Wenn du deinen Hund davon überzeugst, dass es für ihn den größten Sinn macht, in deiner Nähe  zu sein und dort zu bleiben, dann ist das ganze Thema des Ziehen und Zerrens sofort gelöst.

Zeigst du konsequent gleiches Verhalten und bist immer freundlich zu deinem Hund, wenn er bei dir ist, dann hast du in kurzer Zeit einen angeschlossenen Hund, der freudig bei dir laufen wird. Geht der Hund von dir weg, dann kannst du ihn über eine Störung unterbrechen sich weiter von dir zu entfernen und machst ihm die Entfernung von dir unangenehm. Dabei darf dein Hund keinen Schmerz oder Gewalt erfahren, lediglich eine Unterbrechung seines Weglaufens. Ist er wieder bei dir, dann lobst du ihn ganz herzlich. Du selbst solltest dabei das größte Lob für deinen Hund sein. Denk mal daran, wie sehr sich dein Hund freut, wenn du von der Arbeit nach Hause kommst. Meist kriegt er sich kaum noch ein und würde jedes Würstchen in diesem Falle ignorieren, nur um dich begrüßen zu können. Genau dieses Verhalten solltest du dir erhalten und mit nach Draußen auf euren Spaziergang nehmen. Ist dein Hund der Überzeugung, dass es sich wahnsinnig lohnt, mit dir gemeinsam nebeneinander her zu spazieren, dann habt ihr beide es geschafft – ihr seid ein tolles Team geworden!

Möchtest du dazu mehr erfahren und schnell auf den richtigen Weg in eure Harmonie gelangen, dann helfe ich dir sehr gerne. Damit du bald durch Felder und Städte an lockerer Leine schlendern kannst.

Deine Nancy

„Grenzen öffnen Freiräume.“