Dein Standpunkt

Wenn du weißt, was du willst, kannst du es umsetzen

Möchtest du mit deinem Hund harmonisch durchs Leben gehen, dann ist das Wichtigste, dass du genau weißt, wie das aussehen soll. Überlege dir ganz konkret, WAS alles ein entspanntes Leben mit Hund für dich bedeudet.

Der grobe Überblick

Zunächst solltest du dir Gedanken über die groben Ziele machen. Beispielsweise: Sollte der Hund alleine bleiben können? Soll er dich überall begleiten, in den Wald, sowie in die Stadt? Soll er das Grundstück bewachen, bellen oder nicht? Lebt er in der Wohnung oder draußen? uvm.

Konkretisieren: Dein Standpunkt am Beipiel Leinenführigkeit

Die Leinenführigkeit und das freie Folgen ist eines der am häufigsten aufkommenden Themen. Weshalb dein innerer Standpunkt dabei die größte Rolle spielt, erfährst du in den kommenden Zeilen. Erst, wenn du eine genaue Vorstellung hast, wie das Laufen an lockerer Leine oder das freie Folgen bei dir und deinem Hund aussehen soll, kannst du gezielt darauf hin arbeiten.

Was bedeutet an lockerer Leine laufen für dich?

Wie lang ist dabei die Leine (1 Meter, 3 Meter oder 10 Meter)?

Ist es dir dabei wichtig, dass die Leine locker durchhängt? Oder reicht es, wenn dein Hund am Ende der Leine keinen extremen Zug aufbaut?

Was ist gemeinsames Spazierengehen für dich?

Möchtest du, dass dein Hund stets mit dir geht, wenn du dich bewegst?

Möchtest du überall anhalten, wo dein Hund schnuppern will?

Willst du zu jedem fremden Hund Kontakt zulassen? Oder möchtest du einfach vorbeigehen?

Wenn du keine Leine am Hund hast, wie weit darf dein Hund sich von dir entfernen?

Ist diese Entfernung in deinem Kopf immer gleich weit weg?

Möchtest du, dass dein Hund beim Klicken des Karabiners un beim Lösen der Leine sofort davonrennt? Heißt Leine ab gleich Freizeit?

Erst, wenn diese Fragen in deinem Kopf alle ganz präzise geklärt sind, kannst du dir deinen Stanpunkt über deine innere Einstellung formen. Umso klarer alles für dich ist, desto eindeutiger überträgst du deine Haltung nach außen. Es ist für deinen Hund nur fair, wenn du ganz klar und eindeutig an der Sache bleibst und deine Meinung, sowie deine Handlungen nicht täglich änderst.

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Ein Beispiel für Zweideutigkeit und Unfairness für deinen Hund

Du bist im Wald und dein Hund hat seit dem Aussteigen aus dem Auto Freizeit, schnuppert überall, rennt nach links und rechts, pullert und markiert. Es kommen Fußgänger, denen er sich freundlich nähert, weshalb es dich auf die Entfernung nicht stört, denn er macht ja nichts. Doch dann kommt ein Hund an der Leine, der zieht und bellt. Dein Hund startet durch und rennt zu ihm hin. Doch genau in diesem Momemtn möchtest du deinen Hund zurückrufen. Er reagiert nicht auf deinen Ruf. Du bekommst Panik, schlechte Laune und rennst hinterher. Es gibt ein Gerangel zwischen den beiden Hunden. Am Ende greifst du dir deinen Hund und machst ihn an die Leine. Dazu hast du schlechte Laune und ärgerst dich, dass das ganze Rückruftrining in der Hundeschule gar keinen Sinn zu machen scheint. Im Ernstfall reagiert dein Hund nicht darauf. Weder für dich noch für deinen Hund war klar, wie sich in diesem Fall der Hundebegegnung zu verhalten ist. Dein Hund konnte die gnaze Zeit entscheiden, was er tun möchte bis zu dem einen Punkt, an dem er auf dich hören sollte. Das versteht ein Hund nicht so einfach und tut natürlich auch weiterhin, was er will. Das ist sein gutes Recht.

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Ein anderer Ansatz

Eine andere Variante ist die Folgende: Du hast dir selbst ganz klare Gedanken gemacht, wie eure gemeinsame Zeit im Wald, in der Stadt und auf der Wiese aussieht. Dein Hund darf beispielsweise IMMER maximal 5 Meter von dir entfernt laufen, dort schnuppern und pullern. Das hat auch Bestand, wenn du einen Freund triffst und dich mit ihm unterhältst. Stehst du, dann gilt immernoch die maximale Entfernung von 5 Metern. Verlässt dein Hund diese Zone, dann holst du ihn zurück in diesen Radius. Nun kommt imWald der gleiche Hund an der Leine und tobt wie verrückt. Dein Hund weiß, dass er nicht weiter von dir weg darf, hat gelernt sich somit an dir zu orientieren und kennt eine konstante Regel. Nun kannst du dich entweder umdrehen und von dem andern Hund weggehen; oder in einen anderen Weg einbiegen; notfalls kannst du schnellen Schrittes zu deinem Hund gehen und ihn kurz anleinen bis der fremde Hund weg ist. Hierbei gab es immer eine Regel, die für Hund und Halter gesetzt sind. In beiden Köpfen ist klar, wie sich zu verhalten ist, immer und überall. Es ist also keine absolute Ausnahme in einer brenzlichen Situation, dass dein Hund nun hören und bei dir bleiben soll und somit fair für alle Beteiligten.

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Dein Standpunkt – Deine Haltung

Wenn du dir einen klaren Standpunkt schaffst, wie euer Miteinander in verschiedenen Situationen aussehen soll, dann nimmst du dafür auch eine innere und äußere Haltung ein. Nachdenken, erleben und verstehen verändert immer etwas in dir. Umso klarer du dir Gedanken machst, um so eindeutiger kannst du handeln. Bist du selbst noch unsicher, wird dein Hund das merken und für sich in seinem Sinne Entscheidungen treffen. Oft haben die dann nichts mit deiner Vorstellung zu tun. Lass es dann nicht nur bei einer Vorstellung, sondern setze um, was du möchtest. Dein Hund wünscht sich Führung und benötigt diese auch in unserer Welt. Sei ihm ein gutes Beispiel und handle auch, wenn du abgelenkt bist. Es wird erst dann anstrengend, wenn viele Ausnahmen existieren. Heute ist er so wild, weil wir lange Auto gefahren sind und du das Gepäck noch ausräumen musst, deshalb darf er den Nachbarn anspringen? Lass das nicht zu, umso schöner wird eure gemeinsame Zeit.

Deine Nancy

“Vertrauen schaffen. Zusammen wachsen.”